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Geschichte 1899-1932

Gründerjahre

Am 20. Oktober 1899 wird in Borken bei Bartenstein/Ostpreußen, im heutigen Polen, ein Gemeinschafts-Diakonissen-Mutterhaus gegründet. Als der erste Leiter, Pfarrer Ferdinand Blazejewski, im April 1900 stirbt, zieht die junge Schwesternschaft nach Vandsburg/Westpreußen um. Pfarrer Theophil Krawielitzki übernimmt die Leitung. In den nächsten Jahren wird dort ein Mutterhaus gebaut.

1902 erbittet die Pfarrerswitwe Henriette Schüler-Ankersmit Diakonissen vom Vandsburger Mutterhaus zur Unterstützung ihrer Arbeit in Marburg; sie ist die Gründerin und Leiterin eines Versorgungshauses für Mädchen und junge Frauen, die ein nichteheliches Kind erwarten.

1904 wird die gesamte Arbeit vom Diakonissen-Mutterhaus in Vandsburg übernommen. Ab diesem Zeitpunkt laufen Verhandlungen über die Gründung eines Mutterhauses im Westen Deutschlands.

So wird am 1. November 1908 das Diakonissen-Mutterhaus Hebron im obersten Stockwerk des dem Versorgungshaus angegliederten Kinderhauses „Hebron“ gegründet – mit Oberin Schwester Emilie Losereit und der ersten jungen Schwester, Emilie Feldmann.

Führende Personen in der Gemeinschaftsbewegung, allen voran Schreinermeister Theodor Ernst, haben Land in Marburg-Wehrda erworben. Dort wird im Herbst 1908 mit dem Bau eines Wirtschaftshofes begonnen.

Die schnell wachsende Schwesternschaft – bereits nach fünf Jahren sind es über 70 Schwestern – leidet sehr unter der räumlichen Enge. Im Vertrauen auf Gott entschließen sich die Diakonissen zum Mutterhausbau in Wehrda. Sie bekommen 2.000 Reichsmark geschenkt – ein kleiner Anfang bei einer geschätzten Bausumme von mehreren hunderttausend Mark. Trotz Kriegsbeginn wagen sie das Unerhörte und fangen im Frühjahr 1915 mit dem Bau des Mutterhauses an. 1916 wird das Gebäude eingeweiht.

Vom 7. bis 10. März 1918 wird im neu erbauten Mutterhaus die erste Gemeinschaftskonferenz mit rund 700 Teilnehmern durchgeführt; im gleichen Jahr die erste Pfingstkonferenz und die erste Herbstkonferenz. In der Nachkriegszeit versucht die Schwesternschaft, dem geistlichen Hunger der Menschen durch vermehrte Angebote von Konferenzen und Freizeiten zu begegnen. Die Tagungsstättenarbeit nimmt hier ihren Anfang.

In den Folgejahren werden verschiedene Ausbildungsstätten gegründet wie die Haushaltungsschule (1919), das Technische Seminar und die Vorschule (1924). Darüber hinaus werden Ausbildungen zur Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrerin (1926) sowie zur Kindergärtnerin und Hortnerin (1928) angeboten.

Viele Schwestern sind in der Gemeinschaftsarbeit in und um Marburg eingesetzt. Etliche Landeskirchliche Gemeinschaften werden in dieser Zeit gegründet.

Auch in Privatpflegestationen und Krankenhäusern kommen Diakonissen zum Einsatz. Unter anderem nehmen Marburger Schwestern 1927 den Dienst in der C. von Noorden-Klinik in Frankfurt auf, einer Fachklinik für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen (heute: Krankenhaus Sachsenhausen).

Im September 1928 reist Schwester Adele Schweflinghaus als erste Hebronschwester zum Missionsdienst nach China aus.